Wurfplanung
Massenzüchter - Reine Profitgier oder Rasseerhalt? Was ist ein Massenzüchter? Wer züchtet denn aus Gründen des Profits? Meiner Meinung nach bei den Barsois diejenigen Züchter, die im Jahr 2-3 Würfe liegen haben. Da der Barsoi im Schnitt ca. 10 Welpen auf die Welt bringt, reden wir hier also von 20-30 Hunden, die 1 Züchter im Jahr auf den Markt schmeißt. Bei einem Welpenpreis von 1000 Euro im Schnitt pro Welpe reden wir hier also von 20.000 bis 30.000 Euro pro Jahr. Und wenn man sich dann mal die Ahnentafeln der Würfe dieser Züchter anschaut, lässt sich dort keine spezielle Linie finden, keine Verpaarung aufgrund manifestierter besonderer Gene, die dem Standard entsprechen, sondern es wird einfach bunt zusammengewürfelt und aufeinander gesetzt, nur um Welpen zu produzieren um diese dann verkaufen zu können. Und das interessiert natürlich auch den DWZRV nicht, der ja eigentlich den Erhalt der Rasse fokussieren sollte, der aber lieber die Gelder aus Zwingerabnahmen, Wurfbesichtigungen und Ahnentafeln einkassiert. Und noch ein, meiner Meinung nach, wichtiges Indiz eines Massenzüchters: Jeder Wurf soll ja eigentlich einen weiteren Zuchthund hervorbringen, den der Züchter dann behält und der das Zuchtziel des Züchters weiter fokussiert, um seine Zucht zu manifestieren. Ein Massenzüchter behält sich eben nicht aus jedem Wurf einen Welpen, obwohl dies eigentlich der Grund für einen Wurf, der Grund der Zucht sein sollte. Hier sollte man also mal ganz speziell schauen, welcher Züchter sich aus seinen Würfen auch wirklich immer einen Welpen für seine weitere Zucht behält. Und diejenigen, die 2-3 Würfe pro Jahr machen und sich wirklich aus jedem Wurf einen Welpen behalten würden, sind Tiermessies, keine Züchter, denn nach 10 Zuchtjahren und 3 Würfen pro Jahr komme ich auf 30 Hunde plus Stammhunde. Da hält dann einer 33 Hunde, und das soll dann Hobby-Zucht sein? Finger weg von Massenzüchtern! Mein Entschluss
Ich haben beschlossen, in Zukunft keine
weiteren Würfe mehr zu machen.
Meine
Entscheidung nicht mehr zu züchten beruht auf der Summe vieler einzelner
Punkte, die mich dazu veranlasst haben, auch meine Mitgliedschaft im DWZRV
zum Jahresende 2009 auslaufen zu lassen. Das leidige Thema, gute Käufer für
seine Welpen zu finden, zieht sich wie ein roter Faden durch die
Zucht-Historie jedes einzelnen Züchters. Denn jeder Züchter hat schon an
die falschen Leute verkauft. Für mich ist das Leben meiner Hunde zu
wichtig um weiterhin bangen zu müssen, welcher der Welpenkäufer eine
richtige und welcher die falsche Entscheidung war.
Diverse
Vorgänge in der Vergangenheit haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass
es meiner Meinung nach in der heutigen Zeit kein Qualitätsmerkmal ist,
einen Hund unter der Schirmherrschaft des DZWRV gezüchtet zu haben.
Der DWZRV
schreibt auf seinen Internetseiten unter den Mindesthaltebedingungen:
„§ 2
des Tierschutzgesetzes vom
25.05.1998 (BGB. Teil I Nr. 30 S.1105) verlangt, dass:
Für mich heißt das:
Den
Zuchtwarten als Kontrollorgan wird vom Tierschutzgesetz abverlangt, „sowohl
bei der Zulassung eines Zwingers als auch bei weiteren Überprüfungen die
Gegebenheiten zu kontrollieren“ und dem Verein Beanstandungen
weiterzuleiten. Zwingerbesichtigungen werden aber nicht in regelmäßigen
Abständen (unangemeldet) wiederholt, was meiner Meinung nach ein wichtiger
Punkt in der Qualitätssicherung der Hundezucht darstellt und potentiellen
Welpenkäufern ein gewisse Sicherheit geben sollte. Wenn man es mal ganz
genau nähme, handelt der DWZRV nicht nach dem Tierschutzgesetz, denn „weitere
Überprüfungen“ finden nur bei den Wurfabnahmen statt. Aber was ist
in den Jahren, wo ein Züchter keinen Wurf hat? Warum kontrolliert keiner
in dieser Zeit die „Mindesthaltebedingungen“?
Dies soll
nicht heißen, dass alle Züchter kontrolliert werden müssten, weil eine
Gefährdung vorliegt. Der Großteil der Züchter hat sicherlich keine
Probleme damit, regelmäßig kontrolliert zu werden, weil hier nämlich
alles seine Ordnung hat. Aber es gibt – wenn auch wenige – „Schwarze
Schafe“ in der Windhundzucht, die es gilt zu kontrollieren. Mein Vorschlag
wäre die Jahresgebühren der Vereinsmitglieder (in diesem Fall speziell der
Züchter) auf 100 Euro p. a. zu erhöhen und die zusätzlichen Geldmittel
den zuständigen Zuchtwarten für o. g. Kontrollen zur Verfügung zu
stellen, die dann auch regelmäßig, objektiv und rigoros kontrollieren müssen. Bei
Welpenpreisen von 1000 bis 1500 Euro und mehr treibt diese jährliche
Mehrbelastung sicherlich keinen Züchter in den finanziellen Ruin.
Der
Tierschutzaspekt im Verein lässt aber eher zu wünschen übrig. Zuständigkeiten
werden delegiert und mit dubiosen Gründen werden Entscheidungen in die Länge
gezogen, was den Eindruck entstehen lässt, dass man sich so versucht seiner
Verantwortung als Verein zu entziehen. Konkret verging im Fall Titze in der
Vergangenheit immer viel zu viel Zeit und eine aktive Zusammenarbeit bzw.
das Einschalten der Behörden musste immer von privater Seite erfolgen.
Ein in
einem Land wie Deutschland ausgesprochenes Zuchtverbot muss länderübergreifend
gelten. Dann haben Vereine wie der ÖKWZR keine Probleme mit dem
Zuchttourismus Einzelner, weil Vereine wie der DWZRV nicht rechtzeitig
agieren. Selbstverständlich kann man nicht alles Schlechte dem DWZRV
anlasten, der auch von der leider viel zu seichten Politik und der nachlässigen
Gesetzgebung abhängt.
Mein
Botschaft an den Verein: Ihr seit das oberste Kontrollorgan für die Zucht.
Nehmt auch diese wichtige Aufgabe ernst! Die meisten eurer Mitglieder stehen
zu hundert Prozent hinter dem Grundgedanken der Zucht im Sinne der Rasseerhaltung
und artgerechter
Hundehaltung und tun alles dafür, diese Herausforderung ernst zu nehmen.
Unterstützt diese Mitglieder und engagiert euch mehr im Tierschutz und der
Hundehaltung. Nicht nur die punktuelle Bewertung einzelner Hunde auf
Zuchtschauen ist wichtig für die Zucht, sondern auch die Haltungsbedingungen.
Meine
Botschaft an alle meine Züchterkollegen, die die Aufgabe der Rasseerhaltung
und Tierhaltung ernst nehmen: Erhaltet den Standard eurer Rassen und haltet
eure Hunde weiterhin artgerecht, denn sie sind von uns abhängig, haben es
verdient und danken es uns! An diejenigen Züchter - und damit meine ich nicht nur die Windhundrassen - die sich von einer artgerechten Haltung offensichtlich distanzieren und sich einen Dreck um das „Lebewesen“ Hund scheren:
Euch soll der Blitz beim
Scheißen treffen!
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