Barsois von der Nebelhöhle
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Über die Rasse Barsoi

Single Dog Training 

Geschichte   Das Wesen des Barsoi   Aufzucht und Pflege   Rassestandart

Geschlechtsreife bei Rüden und Hündinnen   Eine traurige Geschichte von einem billigen Hund... 

 

SINGLE DOG TRAINING  

Immer wieder schreiben mir oder rufen mich Menschen an, die sich einen Barsoi angeschafft haben oder anschaffen wollen, und suchen Hilfe und Rat, auch bei „Problemen“ oder Verhaltens-Fragen.
Viele Beschreibungen, die im Internet zu finden sind und sich auf die Haltung und Erziehung vom Barsoi beziehen, sind schlichtweg noch nicht einmal zur Hälfte richtig. Dies ist meines Erachtens der Grund, warum viele Menschen sich für einen Barsoi interessieren, von den dort beschriebenen Eigenschaften aber verunsichert werden und Rat suchen.

Gerne bin ich bereit, hier mit Rat und Tat den entsprechenden Menschen zur Verfügung zu stehen - dem Barsoi zuliebe. Denn nur wen diese Rasse verstanden wird, nur dann kann sich der Barsoi auch richtig zu Hause fühlen.
Mir drängte sich dann immer wieder die Frage auf, warum die Züchter oder die vermittelnden Organisationen diesen Menschen ihre Fragen nicht ausreichend und helfend beantworten konnten. Nach über 20jähriger Windhund-Erfahrung und Rudelhaltung habe ich mich entschlossen, diesen „neuen“ Windhundbesitzern eine Hilfestellung anzubieten.

Sollte Sie also Fragen zum Barsoi haben und mit dem Gedanken spielen, sich einen Gefährten anzuschaffen oder bereits stolzer Halter sind, können Sie mich jederzeit ansprechen. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass Sie, wenn Sie einen Barsoi bei sich aufgenommen haben, die Erziehung und das Lenken ihres Hundes genau verstehen, da es wie bei vielen anderen Rassen spezifische Dinge beim Windhund zu beachten gilt und natürlich auch zwischen einem Rüden und einer Hündin Unterschiede sind.

Hierzu biete ich entsprechende Einzel-Kurse bei mir Zuhause an. Nehmen Sie sich also die Zeit und investieren Sie das Wesentliche in ihren zukünftigen Windhund. 

(In unserer Umgebung hier auf der Schwäbischen Alb gibt es hunderte von kleinen Gasthöfen und Pensionen, bei denen man preisgünstig und gut übernachten kann.)



Geschichte und Herkunft

Der Barsoi wird in Russland „Psovaja borzaja“ genannt, das Wort, von dem die Rasse bei uns ihren Namen ableitet, bedeutet soviel wie schnell oder flink.
Schon im 15. Jahrhundert war der Barsoi im alten Russland so bekannt, dass es ein Gesetz gab, welches Strafen für den Diebstahl dieser Hunde vorsah. Hier wurde der Barsoi für die Jagd auf Hasen, Antilopen, Füchse und sogar Wölfe gezüchtet, und Zaren und Großfürsten haben sich um die Zucht verdient gemacht.  Die bekanntesten Zwinger waren die des Zaren in Gatschina bei St. Petersburg und des Großfürsten Nikolai Nikolaijewitsch in Perchino, wo je etwa 500 Barsois gehalten wurden. Die Zwingeranlagen waren, wie vorhandene Fotos heute noch zeigen, sehr luxuriös eingerichtet, forderten aber von den Hunden doch Härte und gute Gesundheit. 

Als sehr großer, langhaariger Windhund, hebt sich die unverwechselbare und einzigartige Rasse der russischen Barsois von allen anderen, bei uns vorkommenden Windhundrassen ab. Um 1900 galt er als das Sinnbild des Windhundes schlechthin. Durch die russische Revolution und dem daraus resultierenden Umbruch wurden Zucht und Haltung der Barsois im Ursprungsland sehr eingeschränkt und erschwert. Die Barsoizucht etablierte sich aber auch in anderen Ländern.

Der Barsoi ist ein „Aristokrat“ vom Fang bis zur Rutenspitze. Er besticht durch die Ausgeglichenheit seiner Proportionen, durch die Eleganz und die Harmonie seiner Konturen und Bewegungen, was seiner Gesamterscheinung den unverkennbaren Adel verleiht. Er imponiert durch seine Größe (Rüden über 80 cm Schulterhöhe, Hündinnen ca. 5 cm kleiner), sein reiches Haarkleid und durch die Schönheit und Vielfalt seiner Farben. Die reiche und seidenweiche Fülle der schmeichelnden Behaarung mit der schönen Halskrause erscheint in verschiedenen Schattierungen von rein weiß, mit roten, grauen, schwarzen oder gestromten Platten bis zu einfarbig gemantelt. Ein sehr schmaler, aber langer Kopf ohne Stirnabsatz (Stop), mit feinen nach hinten gefalteten Ohren wird von einem langen Hals getragen. Der Körper ist im Verhältnis zur Größe des Hundes sehr schmal, der Rücken bogenförmig, die Brust ist sehr tief, während der Bauch aufgezogen ist. Die langen gut gewinkelten und gut bemuskelten Läufe vollenden die sehr ansprechende Gesamterscheinung.

Im Laufe der Jahre ist der Barsoi natürlich etwas geformt worden und wenn er bei uns heute auch nicht mehr im üblichen Sinne ein Gebrauchshund ist, so ist er doch kein Luxushund. Der Barsoi liebt es, als Familienmitglied angesehen und behandelt zu werden. Er kann durchaus stundenweise ohne Aufsicht sein, wenn er es gelernt hat. aber für die reine Zwingerhaltung ist er nicht geeignet.
(Anmerkung des Seiteninhabers: In der Gruppe und bei ausreichender Zuwendung, Beschäftigung und reichlich Auslauf ist der Barsoi meiner Ansicht nach sehr wohl auch als reiner Zwingerhund geeignet, auch wenn ich dieses nicht praktiziere)

Sein Wesen zeichnet sich im allgemeinen durch vornehme Ruhe und Zurückhaltung sowie durch Sicherheit und Unerschrockenheit aus. Als Jagdhund zeigt er ein gutes Auge, große Schnelligkeit, insbesondere auf  kurzen Distanzen.

Sicher ist der Barsoi in der Aufzucht etwas anspruchsvoller, aber nur weil er wegen seiner Größe besonders ausgewogenes Futter benötigt, das richtige Maß an Bewegung braucht und natürlich im Haar gepflegt werden muss. Im Unterhalt unterscheidet sich ein ausgewachsener Barsoi nicht von anderen großen Rassen. Wer aber einen selten feinfühligen, anhänglichen Kameraden sucht, der findet im Barsoi den idealen Begleiter, da er bereit ist sich anzupassen. Wenn der Barsoi mit Verständnis und Liebe gehalten wird und man keine Gebrauchshundqualitäten wie Unterordnung erwartet, ist er der Hund, der eigentlich alle Vorzüge bis zur Vollendung in sich trägt, bis hin zu seiner edlen Ausstrahlung.

Das Coursing ist für den Barsoi eine tolle Möglichkeit, seiner Lauffreude Ausdruck zu verleihen und es gibt nur wenige, die hierbei keine Begeisterung zeigen.
Für die Rennbahn gibt es in einigen Zuchtlinien auch sehr sicher und zuverlässig laufende Hunde.

Der DWRZV bietet interessierten Barsoiliebhabern viele Möglichkeiten Gleichgesinnte zu treffen und Informationen auszutauschen. Sei es beim Windhundrennen, beim Coursing oder auch auf den Windhundausstellungen, die während der Saison an den Wochenenden, im gesamten Bundesgebiet stattfinden.
Der Barsoi ist kein Hund zum Weitergeben, die Entscheidung für diese Rasse sollte für ein ganzes  Hundeleben andauern.  Wer auf der Rennbahn, beim Coursing oder im Schnee einmal eine Meute Barsoi hat laufen oder spielen sehen, dem wird der Anblick dieser edlen Hunde lange in Erinnerung bleiben.
 

Quelle: ©  2007 Deutscher Windhundzucht- und Rennverband  
Mit freundlicher Genehmigung des DWZRV, Frau Schwab
Stand: 30.05.2008


DAS WESEN DES BARSOI

Da der Barsoi in den meisten Fachbüchern in einer Art und Weise beschrieben ist, die mit meiner vieljährigen Barsoihaltung und Zuchterfahrung nicht konform ist, habe ich mich entschlossen das Wesen des Barsoi aus meiner Sicht darzulegen. Leider habe ich in der letzten Zeit immer wieder durch Anfragen erfahren, dass anscheinend einige Züchter und/oder Barsoibesitzer nur sehr ungern telefonisch oder auch persönlich (auf Ausstellungen) die Fragen von Windhundinteressenten beantworten wollen. Deshalb soll diese Beschreibung auch Anfängern die Möglichkeit eröffnen, sich umfassend über die Charaktereigenschaften dieser Windhundrasse zu informieren, um besser abwägen zu können, ob man sich für einen Barsoi entscheidet.

Im Haus bzw. der Wohnung ist der Barsoi ein ausgesprochen ruhiger Genosse, der trotz seiner stattlichen Größe auch in der kleinsten Hütte nicht auffällt. Er bleibt an seinem Platz und gehört nicht zu den Hunden, die einem ständig auf Schritt und Tritt hinterher laufen. Der Barsoi ist kein Kläffer; er bellt auch nicht wenn´s mal an der Tür klingelt oder muss jeden Besucher gleich persönlich an der Tür begrüßen. Vielmehr hat er eine abwartende Haltung und genießt es, wenn er in Ruhe an seinem Platz liegen bleiben kann. Streicheleinheiten liebt er wie jede andere Hundrasse auch, fordert sie aber nicht penetrant von seinem Besitzer ein. Selbst im Rudel fallen mehrere Hund im Haus nicht auf, da jeder irgendwo liegt und meist schläft.

Fremden Menschen gegenüber tritt der Barsoi mit vornehmer Zurückhaltung und Vorsicht entgegen ohne überschwengliche Freude. Trotz allem ist er Fremden gegenüber aufgeschlossen und neugierig, ohne aber penetrant das Neue beschnüffeln zu wollen. Vereinzelt gibt es auch Barsoi, denen es egal ist ob jemand Fremdes da ist oder die sogar nicht von jedem X-Beliebigem angefasst werden möchten und dieses auch signalisieren. Er hat ein ausgeprägtes Gespür für sein Gegenüber und merkt sehr schnell, ob dieser ihn mag oder nicht. Da es ihm egal ist ob er von Fremden gemocht wird oder nicht zeigt er sein Interesse an Menschen nur, die sich auch für ihn interessieren, aber immer ohne sich dabei anzubiedern. Er sucht sich seine Leute eben gerne selbst aus.

Fremden Hunden gegenüber hat er eine gleichgültige Haltung. Er sucht sich auch hier seine Spielgefährten aus. Da der Barsoi vom Charakter her ein sehr ruhiger und ausgeglichener Hund ist, neigt er eher zu seinesgleichen. Flippige und kläffende Artgenossen sind eher nicht sein Fall. Dem Barsoi wird auch aufgrund dieser Eigenschaften nachgesagt, dass er eine rassistische Ader im Bezug auf andere Hunderassen hat und lieber mit ebenfalls seinem Charakter entsprechenden Windhunden umgeben ist. Dies soll aber nicht heißen, dass er sich z. B. mit einer anderen ruhigen Hunderasse nicht auch gut verstehen kann.

Bei der Erziehung ist er ein lernbegieriger und gut zu schulender Hund. Allerdings sollte die Erziehung mit viel Liebe, Geduld und – genauso wichtig – mit Konsequenz erfolgen. Ein einzeln gehaltener Barsoi kann ebenso wie andere in Mode gekommene Hunderassen ohne Halsband und Leine mit seinem Besitzer durch die Stadt laufen. Der Barsoi lernt stellenweise schneller als andere Windhundrassen und ist, bei der richtigen Erziehung der ideale Begleit- und vor allem Familienhund.

Zu Kindern hat er ein freundschaftliches, fast geschwisterliches Verhältnis, bewahrt die Ruhe auch wenn die Kindern mal laut schreiend durch die Gegend laufen. Allerdings sollte man beachten, dass man nicht jeden Barsoi mit einem Kleinkind alleine läßt, da er bei ihm zugefügten Schmerzen (wenn das 2jährige z. B. mit einem Legostein nach ihm haut oder er aus seinem Schlaf gerissen wird) durchaus verwarnt und auch rumschnappt – aber nicht böswillig beißt. Er ein willensstarker, aber gerechter Begleiter. Auch im Alltag beweisst der Barsoi hier eine ausgeprägte Sensibilität und merkt, wenn z. B. die Leine vom Erwachsenen zum Kind weitergereicht wird, dass er mit dem Kind am Ende der Leine vorsichtiger umgehen muss und beispielsweise nicht mehr so an der Leine ziehen darf.

Der angeborene Schutztrieb darf, wie bereits oben erwähnt, nicht zusätzlich angereizt werden, da der Barsoi sonst zu einer unlenkbaren Waffe für seinen Besitzer wird und nicht mehr – wie vielleicht andere Rasse – kontrolliert werden kann. Speziell wenn es anfängt zu dämmern oder in der Dunkelheit zeigt er eine gesteigerte Wachsamkeit. Auch in für seinen Besitzer bedrohlich werdenden Situationen sind alle seine Sinne doppelt geschärft, jederzeit bereit sein Herrchen notfalls zu beschützen und zu verteidigen.

Der Jadginstinkt des Barsoi ist, weil geschichtlich veranlagt, sehr ausgeprägt. Bei intensiver und guter Erziehung läßt sich ein einzeln jagender Hund auch vom Wild abrufen, zu mehreren ist dies durch das Rudelverhalten meist nicht mehr möglich. Aus diesem GrundcccwGenerell ist zum Jegdtrieb zu sagenddwdGenerell ist zum Jagdtrieb zu sagen, dass es für ihn aufgrund seiner erreichbaren Geschwindigkeit von ca. 65 km/h ein leichtes ist, die erspähte „Beute“ wie Hasen oder Rehe zu jagen und auch zu erlegen. Deshalb tut sich jeder Besitzer leichter, mit offenen Augen durch die Felder zu spazieren und potentielle Beute vor seinem Hund zu erkennen. In Waldgebieten ist es ratsam, ihn an der Leine zu führen, da im Falle des Jagens aufgrund seiner Schnelligkeit und dem undurchsichtigen Unterholz das Verletzungsrikiso für den Barsoi immens hoch ist und er sich beispielsweise die Beine brechen, ganze Sehnen abreissen oder sogar das Genick brechen kann. Hat der Jagdtrieb aufgrund sichtbarer Beute einmal eingesetzt, nimmt der Hund meist nichts mehr um sich herum wahr, was ein Abrufen erschwert.

Im Rudel gehalten ist der Barsoi ein sehr gerechter und angenehm zu haltender Hund. Wie bei vielen anderen Rassen auch existiert unter den Rüden sowie auch unter den Hündinnen eine Rangordnung, die die Hunde ab einem gewissen Alter ausfechten und festlegen. Ist diese Rangfolge einmal geklärt, wird sie im Normalfall von allen Rudelmitgliedern akzeptiert und nicht mehr angezweifelt. Auch mischen sich die Geschlechter nicht untereinander ein. Als einzige Ausnahme sei zu erwähnen, dass es sein kann, dass sich das Rudeloberhaupt bei unfairen Auseinandersetzungen der anderen Rudelmitglieder einmischen kann. Darüber hinaus habe ich noch nie erlebt, dass ein Rüde gegen eine Hündin geht, wenn diese ihn mal anzickt. Besonders angenehm ist, dass Rüden und Hündinnen nicht getrennt werden müssen (es sei denn eine Hündin ist läufig) und besser wie bei den meisten anderen Rassen ein harmonisches und in sich stimmiges Rudel bilden, wo jeder seinen sich (erkämpften) Platz hat. Entgegen vieler Meinungen ist der Barsoi eine der wenigen Rassen, die sich im Rudel extrem wohl fühlen und dies meiner Meinung nach auch dringend benötigen, was nicht heißt dass das Rudel als reines Hunderudel zu definieren ist. Auch der Mensch gehört ins Rudel. Er sollte aber immer der „ranghöchste Hund“ sein. Auch ist es problemlos einen weiteren Barsoi – vorausgesetzt er hat ein normales Verhalten – gleich welchen Alters in ein existierendes Rudel zu integrieren. Bei Hündinnen ist dies im allgemeine einfacher als bei Rüden, aber wenn man sich an gewisse Regeln hält ist auch dies kein Hexenwerk.

(C) Tina & Alex Döring, Stand: 21.07.2008

 

Aufzucht und Pflege

Große und langhaarige Hunde machen viel Arbeit - dies oder so ähnlich hört man immer wieder. Was aber beim Barsoi nur begrenzt stimmt. Vorweg kann ich sagen, dass bei der Rasse Barsoi keine rassespezifischen Krankheiten bekannt sind. Aufgrund dieser sehr guten Voraussetzung kann ein Barsoi bei guter Pflege auch schon mal 14 Jahre alt werden.
Sicherlich gibt es in der Aufzucht des Barsoi bestimmte Regeln, um gesundheitlichen Beinträchtigungen vorzubeugen und eine optimale Entwicklung zu gewährleisten. Wichtig ist vor allem in der extremen Wachstumsphase (im ersten Jahr) die richtige Ernährung und ein geringes Maß an Bewegung, um "Plattfüße" oder verdrehte Gelenke zu vermeiden. 
Ohne lebenswichtige Nährstoffe kann sich gerade ein großer Windhund nicht optimal entwickeln. Da unsere Zucht zum Ziel hat kräftige, substanzvolle und gesunde Hunde zu züchten, geben wir je nach Indikation in der Wachstumsphase Zusätze wie Gelatine für Hunde oder auch Knochenmehl, um gerade dem im Zahnwechsel stehenden Hund die notwendige "natürliche" Calciumdosis zu verabreichen. In dieser natürlichen Form kann der Hundeorganismus namlich das was zu viel ist wieder ausscheiden. Viele Tierärzte und Hundebesitzer denken, ein großer Hund braucht während des Wachstums viel Calcium und geben dieses dem Tier in Tabletten. Eine Überdosierung in Tablettenform kann aber vom Körper des Barsoi nicht ausgeschieden werden und kann u. a. zu hohlem Knochenbau (Glasknochen) führen. Vitamine bekommen unsere Tiere von Welpe an zusätzlich in Form von Bananen, Äpfeln, Karotten etc. in rohem Zustand.

Das Fell des ausgewachsenen Barsoi ist eines der besten Fellarten in der Hundewelt. Es besitzt eine selbstreinigende Wirkung. Dadurch wird der Aufwand des Bürstens minimal gehalten, was zuletzt auch auf die Struktur und Beschaffenheit des Haarkleides zurückzuführen ist. Je nach dem, ob der Barsoi in der Wohnung oder zusätzlich auch im Zwinger / Garten gehalten wird reicht es aus, das Tier einmal pro Woche bis einmal alle 14 Tage gut durchbürsten. 

Hündinnen haaren in der Regel zwei Mal im Jahr wegen ihrer Läufigkeit ab und verlieren einen Teil ihres Haarkleides, das sich dann wieder auffüllt. Wir selbst haben Hündinnen, bei denen dies unterschiedlich ist. Die eine verliert sehr "viel" Fell, die andere fast nichts. Dies ist sicherlich zum Teil auch gentechnisch veranlagt und nicht bei jeder Hündin gleich stark.  

Ebenfalls im Frühjahr "schmeisst" der Barsoi sein Winterkleid ab und haart etwas mehr als sonst, was aber nach zwei bis drei Wochen wieder vorbei ist. Wobei auch hier der Grad des "Abhaarens" bei jedem Barsoi sehr unterschiedlich ist. 

Nach einer Kastration haart der Barsoi erfahrungsgemäß auf, sein Fell wird dichter und länger. Bei Hündinnen verschwindet nach der Kastration die zyklusbedingte Abhaarung durch die hormonelle Umstellung des Körpers. 

Alles in allem ist dem Haarkleid des Barsoi mit einem einmaligem Bürsten pro Woche (10 Minuten) rechenschaft getragen.  

(C) Tina & Alex Döring, Stand: 13.06.2008

 


Standard BARSOI - RUSSISCHER JAGDWINDHUND
(Russkaya Psovaya Borzaya)
FCI-Standard N° 193  / 13. 03. 2007 / D


URSPRUNG : Russland.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL STANDARDS: 25. 10. 2006
VERWENDUNG: Jagdwindhund Renn- und Coursing Hund.
KLASSIFIKATION F.C.I.:Gruppe 10, Windhunde, Sektion1, Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:  Der Russkaya Psovaya Borzaya ist seit neun Jahrhunderten wesentlicher Bestandteil der nationalen Kultur und der russischen Geschichte. So bezeugt eine französische Chronik des 11. Jahrhunderts, dass die Tochter des Großherzogs von Kiew, Anna Iaroslavna, drei Barzois in ihrem Gefolge hatte, als sie nach Frankreich kam, um sich mit Heinrich I zu vermählen. Unter seinen Eigentümern und Züchtern finden sich viele berühmte Persönlichkeiten, darunter auch Zaren und Dichter: Iwan der Schreckliche, Peter der Große, Nikolaus II, Puschkin, Turgenjew. Große Bedeutung hatte die Gründung des Zwingers „Pershinskaya okhota“ durch die berühmten Züchter Großherzog Nikolai Nicolaevitch und Dimitri Valtsev. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts findet sich der Barzoi in den größten Zwingern Europas und Amerikas.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:  Großer, aristokratisch aussehender Hund mit trockenem und gleichzeitig robustem Körperbau; leicht länglich gebaut; Hündinnen meist etwas länger als Rüden. Starker, aber nicht massiger Knochenbau. Die Knochen sind ziemlich flach. Trockene, gut entwickelte Muskulatur, besonders auf den Oberschenkeln, jedoch nicht hervortretend. Die Harmonie der Formen und der Bewegung sind von überragender Bedeutung.

WICHTIGE PROPORTIONEN :
Bei Rüden entspricht die Widerristhöhe derjenigen des höchsten Punktes der Kruppe über dem Boden oder ist geringfügig höher.
Bei Hündinnen sind die beiden Höhen gleich.
Die Widerristhöhe muss etwas weniger als die Körperlänge betragen.
Die Brusttiefe entspricht annähernd der halben Widerristhöhe.
Der Fang ist vom Nasenschwammende bis zum Stop etwas länger als der Schädel vom Hinterhauptbeinhöcker bis zum Stop oder beide Längen entsprechen einander.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN)
Im Alltagsleben zeigt der Barsoi ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen. Angesichts von Wild erregt er sich rasch. Er hat einen scharfen Blick und kann sehr weit sehen. Seine Reaktionen sind ungestüm.

KOPF: 
Trocken, lang,
von oben und von der Seite betrachtet schmal, aristokratisch; in der Seitenansicht bilden die Begrenzungslinien von Kopf und Fang eine lange, leicht konvexe Linie; die Begrenzungslinie der Scheitelregion (Scheitelbeinleiste) verläuft gerade oder leicht schräg zum gut ausgeprägten Hinterhaupthöcker hin. Der Kopf ist so elegant und trocken, dass die großen Adern durch die Haut hindurch scheinen.
OBERKOPF:
Schädel: schmal; in der Aufsicht länglich oval, in der Seitenansicht nahezu flach.
Stop: Nur wenig ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm: groß, beweglich, im Verhältnis zum Unterkiefer deutlich hervortretend.
Nasenrücken: Lang, auf ganzer Länge gut ausgeformt mit leichter Wölbung in der Nähe des Nasenschwamms.
Fang: Ist vom Nasenschwammende bis zum Stop etwas länger als der Schädel vom Hinterhauptbeinhöcker bis zum Stop oder beide Längen entsprechen einander.
Lippen : Dünn, trocken, eng am Kiefer anliegend; die Umrandung der Augen, die Lippen und der Nasenschwamm sind ungeachtet der Haarfarbe schwarz.
Kiefer / Zähne: Kräftiger Unterkiefer, Zähne weiß und kräftig; Scheren- oder Zangengebiss.
Augen: Groß, weder tief liegend noch hervorstehend, ausdrucksvoll, mandelförmig, schräg eingesetzt; dunkles haselnussbraun oder dunkelbraun; keine Schlitzaugen.
Ohren: Klein, dünn, beweglich; über der Augenlinie und nach hinten angesetzt. Sofern nichts seine Aufmerksamkeit erregt hat, schmiegen sie sich  dem Hals gut an und zeigen in Richtung auf den Nacken. Hierbei liegen die Ohrspitzen dicht beieinander. Wird er auf etwas aufmerksam,  werden die Ohren höher und seitlich oder nach vorne getragen; manchmal sind ein Ohr oder beide Ohren als „Pferdeohr“ aufgerichtet.

HALS:  Lang, trocken; seitlich abgeflacht; muskulös; leicht gebogen; niemals hoch getragen.

KÖRPER:
Widerrist: Nicht betont.
Rücken:  Breit, muskulös,  elastisch; der Rücken bildet zusammen mit der Lende und der Kruppe einen Bogen, der bei Rüden stärker ausgeprägt ist. Der höchste Punkt dieses  Bogens liegt über der Mitte der Lendenpartie bzw. im Bereich des ersten oder  zweiten Lendenwirbels.
Lendenpartie: lang, hervortretend, muskulös, mäßig breit.
Kruppe:  Lang, breit, leicht schräg; die Breite der Kruppe darf zwischen
den Hüfthöckern nicht weniger als  8 cm betragen.
Brust:   Im   Querschnitt   oval; nicht   schmal,  jedoch  auch  nicht breiter als  die  Kruppe;   tief,  recht  lang, geräumig; fast bis auf Ellenbogenhöhe herabreichend;  die  Schulterblattregion ist  flacher, dann weitet sich der Brustkorb allmählich zu den falschen Rippen hin, welche kurz sind; in der  Seitenansicht ändert sich dadurch die Neigung; die Rippen  sind  lang und  treten   leicht    hervor.   Im    Verhältnis  zum Schulter- /Oberarmgelenk ragt die Vorbrust leicht hervor.
Bauch: Gut aufgezogen; die Unterlinie  steigt zum Bauch hin abrupt an.

RUTE: Sichel- oder Säbelrute; tief angesetzt; dünn, lang; zwischen den Hinterläufen hindurchgeführt muss sie bis zum Hüfthöcker reichen.  Sie ist reichlich befedert. Im freien Stand hängend; in der Bewegung höher getragen, aber nicht über die Höhe der Rückenlinie.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND:  Vorderläufe trocken, muskulös; in der Vorderansicht völlig gerade und parallel. Die Höhe der Vordergliedmaßen vom Ellenbogen zum Boden entspricht der halben Widerristhöhe oder ist ein wenig größer.
Schulter: Die Schulterblätter sind lang und schräg.
Oberarm: Mäßig schräg, seine Länge übertrifft kaum die der Schulterblätter. Das Schultergelenk ist gut betont.
Ellenbogen: Sie liegen parallel zur Medianebene des Körpers.
Unterarm: trocken, lang; im Querschnitt oval; in der Vorderansicht schmal, in der Seitenansicht breit.
Vordermittelfuß: im Verhältnis zum Boden leicht schräg.
HINTERHAND: Von hinten betrachtet sind die Hinterläufe gerade, parallel und etwas weiter gestellt als die Vordergliedmaßen; im freien Stand muss eine vom Sitzbeinhöcker fallende Vertikale vor der Mitte von Sprunggelenk und Hintermittelfuß verlaufen.
Oberschenkel: Gut bemuskelt, lang und schräg gestellt.
Unterschenkel: lang, muskulös, schräg gestellt. Kniegelenk und Sprunggelenk müssen gut entwickelt, breit und trocken sein. Die Winkel müssen deutlich erkennbar sein.
Hintermittelfuß: Nicht lang, nahezu senkrecht gestellt. Alle Winkelungen sind gut betont.
PFOTEN: Trocken, schmal, länglich-oval, sog. „Hasenpfoten“; gewölbt; Zehen gut aneinander liegend; lange, kräftige, bis zum Boden reichende Krallen.

GANGWERK
: Außerhalb der Jagd ist die typische Gangart des Barsoi der verlängerte Trab, fließend, sehr weich und schwebend; bei der Jagd ist es ein äußerst schneller Galopp mit weiten Sprüngen.

HAUT:
geschmeidig, elastisch.

HAARKLEID
HAAR
: Seidig, weich und geschmeidig; gewellt oder kurze Locken bildend, nicht aber kleine Löckchen oder Kraushaar.
Auf Kopf, Ohren und Gliedmaßen ist das Haar satiniert (seidig, aber schwerer), kurz, gut am Körper anliegend.
Auf dem Körper ist das Haar recht lang und gewellt; in der Schulterblattregion und auf der Kruppe bildet es feinere Locken. Auf Rippen und  Schenkel ist das Haar kürzer. Das Haar, das die Federn, die „Hosen“ und die Fahne der Rute bildet, ist länger. Das Haar am Hals ist reichlich und dicht.
FARBE: Kombination aller Farben, jedoch niemals mit blau, braun (schokoladenfarben) sowie jede Abstufung dieser Farben. Alle Farben dürfen einfarbig oder gescheckt vorkommen; Federn, „Hosen“ und die Fahne der Rute sind deutlich heller als die Grundfarbe. Eine schwarze Maske ist typisch bei den schwarz-gewolkten Farben.

GRÖSSE UND GEWICHT
:
Widerristhöhe: wünschenswert für Rüden:   75 cm -85 cm,     für Hündinnen:  68 cm -78 cm.
Bei Rüden entspricht die Widerristhöhe derjenigen des höchsten Punktes der Kruppe über dem Boden, oder ist geringfügig höher. Bei Hündinnen sind die beiden Höhen gleich. Exemplare, welche die maximale Größe überschreiten, sind unter der Voraussetzung zugelassen, dass das typische Erscheinungsbild gewahrt bleibt.

FEHLER:
  Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte, insbesondere:
Gebiss/Zähne : Kleine, abnormale abgenutzte Zähne. Fehlen eines PM 2,  PM 1 und M 3 werden nicht berücksichtigt.
Farbe: Tüpfelung am Körper in gleichem Ton  wie die der Grundfarbe.

SCHWERE FEHLER
:
Allgemeines Erscheinungsbild : Gedrungenes Aussehen, kurzer Rumpf. Schwere runde Knochen
Kopf / Fang  :  Schlaffes Gewebe, Fang abgestumpft.
Deutlich erkennbarer Stop, Jochbeine sehr ausgeprägt, Hinterhauptbeinhöcker nicht ausgeprägt
Gebiss/Zähne: Fehlen eines PM 3, eines PM 4 im Unterkiefer, eines M 1 im Oberkiefer oder eines M 2.
Augen: Tief liegend; gelbe oder helle Augen, Schlitzaugen, erkennbare Nickhaut
Ohren :  Dick, grob, mit abgerundeten Enden
Hals :   Wamme 
Körper :  Rücken: eingefallen; gerader Rücken bei Rüden. Bauch: weich, nicht korrekt aufgezogen. abfallende Kruppe
Rute:  Dick; in der Aktion nach unten fallende Rute.
Vorderhand. Winkel zwischen Schulter und Oberarm zu offen (steile Schulter), Ein- oder Ausdrehen der Ellenbogen
Unterarmknochen von rundem Querschnitt. Jegliche Abweichungen des Unterarms, Vorderfußwurzelgelenk überknöchelnd. Schwäche im Vordermittelfuß
Hinterhand. Zu stark oder zu wenig gewinkelt, Enge Hinterhand  oder weit gestellt (o-beinig)
Pfoten:   Tendenz zu fleischigen (dicken) breiten oder runden Pfoten, wie auch zu  „Katzenpfoten“
Flachen Pfoten, wie auch gespreizten Zehen.  
Farbe:  Tüpfelung am Körper in einem anderen Ton wie dem der Grundfarbe

AUSSCHLIESSENDE FEHLER
.
Verhalten / Charakter (Wesen) : Aggressivität oder übertrieben scheu
Zähne: Vorbiss,   Rückbiss.  Asymmetrischer Gebissschluss (Kreuzbiss)
Fehlen eines Schneide- oder eines Fangzahns, Fehlen  eines Reißzahnes (PM 4 des Oberkiefers oder M 1 des Unterkiefers. Fehlen von mehr als 4 Zähnen gleich welcher Art.
Fehlstellung eines oder beider Fangzähne des Unterkiefers, sodass bei geschlossenem Fang Gaumen und/oder Zahnfleisch des Oberkiefers verletzt werden können.
Augen :  Birkauge.
Rute :  Korkenzieherrute, Knickrute (verschmolzene Wirbel), ganz oder teilweise kupierte Rute.
Hinterhand:  Vorhandensein von Afterkrallen
Haarfarbe :  Braun (Schokoladenbraun), Blau.

Hunde, die deutlich physische Abnormitäten  oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.:  Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Quelle: ©  2007 Deutscher Windhundzucht- und Rennverband  
Mit freundlicher Genehmigung des DWZRV, Frau Schwab
Stand: 30.05.2008

 

Geschlechtsreife bei Rüden und Hündinnen

Die Geschlechtsreife bei Rüden und Hündinnen ist unterschiedlich zu definieren. Einige Hündinnen werden schon mit 6 Monaten läufig, was aber selten ist und beim Barsoi so gut wie nie vorkommt. Der Barsoi ist ein Spätentwickler und wird meist frühestens ab dem 9. Lebensmonat läufig. Rüden sind in der Entwicklung früher  und könnten in manchen Fällen schon ab dem 6. Lebensmonat decken. Die Zyklen bei der Hündin liegen bei 6 Monaten; ab und an können auch 9 Monate zwischen den Zyklen liegen. Selten können Hündinnen auch alle 3 Monate läufig werden. 

Kurz vor der Läufigkeit hat die Hündin einen leichten Ausfluss aus der Vagina, der für Rüden gut riecht. Zu dieser Zeit färbt sich die Vagina leicht rosa ein. Wenn die Hündin das erste Mal läufig wird ist die Blutung etwas intensiver als bei den nachfolgenden Zyklen. Die Läufigkeitsdauer liegt in der Regel bei ca. 3 Wochen, vereinzelte auch ein paar Tage kürzer. Die Stehhitze während der Läufigkeit beginnt zwischen dem 7. und 10. Tag und kann bis zum 21. Tag dauern. In dieser Zeit ist die Hündin empfangsbereit und signalisiert dies auch den Rüden. Die Vagina hat in der Stehhitze einen minderen Blutfluss und geschwillt fast bis aufs doppelte an. Die Empfangsbereitschaft kann auch der Mensch wahrnehmen: In dieser Zeit streckt die Hündin dem Rüden ihr Hinterteil zu und nimmt die Rute zur Seite. Man kann das meist auch so feststellen: wenn man die Hündin an der Schwanzwurzel krault nimmt diese ihre Rute zur Seite und hebt die Rute leicht an. In dieser Zeit ist besonders darauf zu achten, dass die Hündin nicht ungewollt trächtig werden kann. Wenn man Rüden und Hündinnen hält ist es am allerbesten, die Hündin ab dem ersten Tag der Läufigkeit konsequent vom Rüden zu trennen, zum Beispiel in einem separaten Raum, wo der Rüde keinen Zutritt hat. Die ist auch deswegen wichtig, weil die Hündin während der Läufigkeit stetig kleine Mengen Blut verliert. Damit ein Rüde keinen evtl. Samenstau bekommt, was auf Dauer gesehen nicht dem Gesundheitszustand des Rüden zuträglich ist, und damit der Rüde nicht evtl. im Haus markiert (wo die Hündin vorher z. B. auf der Couch lag) muss hier wirklich eine konsequente Trennung der Geschlechter durchgeführt werden. Denn eine 3wöchige Trennung tut der Hündin nicht weh, auch wenn sich dies für den einen oder anderen hart anhör. Das ist aber besser als eine ungewollte Trächtigkeit.

 

DIE TRAURIGE GESCHICHTE VON EINEM BILLIGEN HUND...


Dies ist die Geschichte von Lea, einem Hund, der von illegalen Hundehändlern stammt. Hunde von Züchtern kosten zwischen 500-1500 Euro je nach Rasse. Wenn Sie Ihren Hund bei Hundehändlern oder Schwarzzüchtern kaufen, bezahlen Sie nur 200-500 Euro. Doch die Folgekosten sind viel höher als der Preis eines Welpen, den Sie bei einem guten Züchter kaufen.

Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber Sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, das sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir Ihnen auf die Nerven gingen.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.

Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem PETSHOP, einem Laden, wo es viele Tiere gibt.

Einige miauen, andere piepsen, einige Pfeifen. Wir hörten auch das Wimmern von anderen Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.

Manchmal kommen Menschen uns anzuschauen, oft ganz kleine Menschen ,die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sie sagen "Oh, sind die süß, ich will eines", aber dann gehen die Leute wieder fort. Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nahmen, sagen sie, sie sei krank gewesen, und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird. Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben! Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hündchen. Ich heiße jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre o.k. dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplansie E und von Herz. Er sprach von wilden Züchtern und das meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich 6 Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut bei jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen. In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es "genetisch" und "nichts zu machen". Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je .Ich konnte nicht einmal aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen. Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken, aber wenigstens erreiche ich seine Hand. 
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich......Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum, ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, das es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.

So sage ich meiner Menschenfamilie "Auf Wiedersehen" auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinem Schnuffeln. Viele Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Stattdessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware....